AV L! Onoldia

Farbenkantus

  1. [: Violett-gold-grün sind unsre Farben, violett-gold-grün! :] In Treue fest! Das wollen wir geloben! Hell unsrer Jugendfreundschaft Feuer glüh´n. In Treue fest! Die Herzen hoch erhoben! Heil dir, Onoldia! Du sollst, ewig grünend, blüh´n! Violett...
  2. [: Violett-gold-grün sind unsre Farben, violett-gold-grün! :] Für Freiheit, Ehr und Vaterland zu leben, sei freier Burschen Streben und Bemüh´n. Zum heil´gen Schwur die Schläger wir erheben! Heil dir...
  3. [: Violett-gold-grün sind unsre Farben, violett-gold-grün! :] Frei ist der Bursch! So soll es mächtig klingen. Wir schreiten in die Zukunft stolz und kühn. Ihr Brüder sollt zu guter Letzt mir singen: Heil dir...


Text: Bbr. K. Thoma
Weise: Bbr. H. Eisenträger

Onold´ bin ich und will es sein

(Weise: Ich schieß´ den Hirsch)

  1. Onold´ bin ich und will es sein, solang mein Auge glüht, solange noch durch meine Brust ein Lebensodem zieht. Onold´ bin ich und will es sein und schwör´s mit Herz und Hand: [: Drum schlingt sich auch um meine Brust mein violett-gold-grünes Band. :]
  2. Manch andrer lebt im Überfluß, er lebt in Saus und Braus und trinkt zum wahren Überdruß den Freudenbecher aus. Ich tausch´ um nichts in dieser Welt mit ihm und diesem Tand: [: Denn mir geht über Gut und Geld mein violett-gold-grünes Band. :]
  3. Und wenn ich einst gestorben bin und liege tot im Schrein: Ein braver Bursch bin ich gewest, will´s auch im Tod noch sein. Setzt mir aufs Haupt mein Cerevis, den Schläger in die Hand [: und schlingt um meine kalte Brust mein violett-gold-grünes Band. :]

Bundeskantus

  1. Auf Onolden, Frankens Söhne in den Städten, auf dem Land! Euer Jubelsang ertöne, schlingt erneut das Bruderband. Fest in Arbeit, fest in Treue, stolz auf unsres Bundes Ehr´ [: geben uns die rechte Weihe und dem Bund die beste Wehr. :]
  2. Stolz entschwunden sind Jahrzehnte, seit die Treu´ den Bund gebar; unsrer Väter starke Hände schufen ihn so licht und wahr. Furchen, die der Greis gegangen, leuchten bis zum heut´gen Tag, [: und mit lebensfrischen Wangen stürmt die Jugend blühend nach. :]
  3. Frankenland, du unsre Heimat, schenk uns deine stolze Kraft, für des Standes Ruf und Ehre unser Wille täglich schafft. Deutsches Volk und deutsche Erde, dir sei´n Herz und Arm geweiht, [: daß dir Freiheit wieder werde, wie sie war von Ewigkeit. :]
  4. Violett ist unsre Farbe, Lieb´ und Treue birgt ihr Grund, golden reiht sich an die Freiheit, grün der Zukunft hehre Stund´. Reicht die Hände euch, Onolden! Unser Bund soll ewig blüh´n, [: und wenn wir einst sterben sollten, schmückt das Grab: Violett-gold-grün! :]


Worte: Bbr. Leo Beyer
Weise: Bbr. H. Zahn

Bundesmarsch des Schwarzburgbunds

  1. Das Käuzlein laß ich trauern im Astloch Tag und Nacht, ich renn aus Schanz‘ und Mauern ins offne Feld zur Schlacht. Ich pflüge mit dem Schwerte und schatze Stadt und Land, das Glück ist mein Gefährte und reicht mir treu die Hand.
  2. Komm, Bruder, laß uns wandern — die Kost hier ist zu schlecht —‚ bis wir dann auch den andern geschatzt und ab-gezecht. Und bin ich arm im Leben, so macht‘s mir keine Pein: es wächst mein Gut an Reben und heißt mich fröhlich sein.
  3. Wie Blümlein auf den Auen, schön wundersam erblüht, liebäugeln uns die Frauen ins Herz und ins Gemüt. Du schönster Schatz der Erde, laß du dein Äugeln sein! Ob hint‘ ich leben werde, das weiß nur Gott allein.


Hoffmann von Fallersleben

Lied der Franken

  1. Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muß rosten; den allersonnigsten Sonnenschein läßt uns der Himmel kosten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerzeit ins Land der Franken fahren! Valleri, vallera, valleri, vallera, ins Land der Franken fahren!
  2. Der Wald steht grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten; sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines. Valleri...
  3. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär ich mitgewallt, ihr Pf arr wollt mich nicht haben! So muß ich seitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Valleri ...
  4. Zum heiligen Veit von Staffelstein komm ich emporgestiegen und seh die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Von Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite, stromdurchglänzte Au, ich wollt, mir wüchsen Flügel! Valleri...
  5. Einsiedelmann ist nicht zu Haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich seh ihn an der Halde drauß bei einer Schnittrin stehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gib uns zu trinken! Doch wer bei schöner Schnittrin steht, dem mag man lange winken. Valleri...
  6. Einsiedel, das war mißgetan, daß du dich hubst von hinnen. Es liegt, ich seh‘s dem Keller an, ein guter Jahrgang drinnen. Hoiho! Die Pforten brech ich ein und trinke, was ich finde. Du heiliger Veit von Staffelstein, verzeih mir Durst und Sünde! Valleri...
  7. Einsiedelmann, Zweisiedelmann, Dreisiedelmann, drei Seidla, Viersiedelmann, Fünfsiedelmann, .........

Brüder, reicht die Hand zum Bunde!

  1. Brüder, reicht die Hand zum Bunde! Diese schöne Feierstunde führ uns hin zu lichten Höh‘n! Laßt, was irdisch ist, entfliehen; unsrer Freundschaft Harmonien dauern ewig fest und schön, dauern ewig fest und schön.
  2. Preis und Dank dem Weltenmeister, der die Herzen, der die Geister für ein ewig Wirken schuf! Licht und Recht und Tugend schaffen durch der Wahrheit heil‘ge Waffen, sei uns heiliger Beruf.
  3. Ihr, auf diesem Stern die Besten, Menschen all im Ost und Westen, wie im Süden und im Nord: Wahrheit suchen, Tugend üben, Gott und Menschen herzlich lieben, das sei unser Losungswort!

Burschen, heraus!

  1. Burschen, heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus! Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien ersten Tag, dann heraus, und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lauten-spiel! Burschen, heraus!
  2. Burschen, heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus! Ruft um Hilf die Poesei gegen Zopf und Philisterei, dann heraus bei Tag und Nacht, bis sie wieder freigemacht! Burschen, heraus!
  3. Burschen, heraus! Laßt es schallen von Haus zu Haus! Wenn es gilt fürs Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mutgem Sang, wär es auch zum letzten Gang! Burschen, heraus!

Die dritte Strophe wird bei uns definitiv nicht gesungen.

Student sein

  1. Student sein, wenn die Veilchen blühen,
    das erste Lied die Lerche singt,
    der Maiensonne junges Glühen
    triebweckend in die Erde dringt.
    Student sein, wenn die weißen Schleier
    vom blauen Himmel grüßend weh'n:
    |: Das ist des Lebens schönste Feier!
    Herr, laß sie nie zu Ende geh'n! :|
  2. Student sein, wenn die Humpen kreisen,
    in lieberschloss'nem Freundesbund
    von alter Treue bei den Weisen
    der Väter jauchzt der junge Mund.
    Student sein, wenn die Herzen freier
    auf der Begeisterung Höhe steh'n:
    |: Das ist des Lebens schönste Feier!
    Herr, laß sie nie zu Ende geh'n! :|
  3. Student sein, wenn zwei Augen locken,
    ein süßer Mund verschwiegen küßt,
    daß jählings alle Pulse stocken,
    als ob im Rausch man sterben müßt'.
    Student sein, in der Liebe Morgen,
    wenn jeder Wunsch ein frommes Fleh'n:
    |: Das ist das Leben ohne Sorgen!
    Herr, laß es nie vorübergeh'n! :|
  4. Student sein, wenn die Hiebe fallen
    im scharfen Gang, der selbstgewählt,
    im blut'gen Aneinanderprallen
    der Mut sich für das Leben stählt.
    Student sein, wenn dein einzig Sorgen,
    ob fest und tapfer du wirst steh'n:
    An deines Leben Wagemorgen,
    Herr laß die Zeiten nie vergeh'n!

  5. Student sein, wenn im Abendschatten
    dein Weg sich sacht schon niederneigt,
    von West die Schar der Wolkenschatten
    schon vor das Blau des Tages steigt.
    Student sein, wenn der Sang verklungen,
    der deinem Lenz einst Flügel lieh
    und jung du trotzdem mit den Jungen,
    dann war es recht, dann stirbst du nie.

Melodie: In Anlehung an die Weise von Otto Lob 1906
Text: Josef Buchhorn 1906
Turnerschaft Hohenstaufia Tübingen 1897

Gaudeamus igitur

  1. Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus. Post iucundam iuventutem, post molestam senectutem nos habebit humus.
  2. Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere? Vadite ad superos, transite ad inferos, ubi iam fuere.
  3. Vita nostra brevis est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur.
  4. Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore!
  5. Vivant omnes virgines faciles formosae, vivant et mulieres tenerae amabiles bonae laboriosae!
  6. Vivat et res publica et qui illam regit, vivat nostra civitas, Maecenatum caritas, quae nos hic protegit.
  7. Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivis antiburschius, atque irrisores.

O alte Burschenherrlichkeit!

  1. 0 alte Burschenherrlichkeit! wohin bist du verschwunden? Nie kehrst du wieder, goldne Zeit, so froh und ungebunden! Vergebens spähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. 0 jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum.
  2. Den Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Rostes Raub, erblichen ist sein Schimmer, verklungen der Kommersgesang, verhallt Rapier- und Sporenklang.
  3. Wo sind die, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Spieß bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit gesenktem Blick in das Philisterland zurück.
  4. Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht der eine Relationen, der andere seufzt beim Unterricht, und der macht Rezensionen, der schilt die sündge Seele aus, und der flickt ihr verfallnes Haus.
  5. Allein das rechte Burschenherz kann nimmermehr erkalten; im Ernste wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn stets walten; die alte Schale nur ist fern, geblieben ist uns doch der Kern, und den laßt fest uns halten!
  6. Drum, Freunde! reichet euch die Hand, damit es sich erneure, der alten Freundschaft heilges Band, das alte Band der Treue. Klingt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben noch, noch lebt die alte Treue.

Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun

  1. Hier sind wir versammelt zu löblichen Tun,
    Drum Brüderchen, ergo bibamus!
    Die Gläser, sie klingen, Gespräche, sie ruhn;
    Beherziget: ergo bibamus!
    Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort
    Und passet zum ersten und passet sofort
    Und schallet ein Echo, vom festlichen Ort,
    |: Ein herrliches: ergo bibamus! :|
  2. Ich hatte mein freundliches Liebchen gesehn,
    Da dach ich mir: Ergo bibamus!
    Und nahte mich traulich, da ließ sie mich stehn,
    Ich half mir und dachte: Bibamus!
    Und wenn sie versöhnet euch herzet und küßt,
    Und wenn ihr das Herzen und Küßen vermißt,
    So bleibet nur, bis ihr was besseres wißt,
    |: Beim tröstlichen Ergo bibamus! :|
  3. Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg;
    Ihr Redlichen, ergo bibamus!
    Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck,
    Drum doppeltes: ergo bibamus!
    Und was auch der Filz vom Leibe sich schmorgt,
    So bleibt für den Heitern doch immer gesorgt,
    Weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt:
    |: Drum, Brüderchen: ergo bibamus! :|
  4. Was sollen wir sagen zum heutigen Tag?
    Ich dächte nur: ergo bibamus!
    Er ist nun einmal von besonderem Schlag,
    Drum immer aufs neue: bibamus!
    Er führet die Freunde durchs offene Tor,
    Es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor,
    Da leuchtet ein Bildchen, ein göttliches vor,
    |: Wir klingen und singen: bibamus! :|

In allen guten Stunden

  1. In allen guten Stunden,
    erhöht von Lieb und Wein,
    soll dieses Lied verbunden
    von uns gesungen sein!
    Uns hält der Gott zusammen,
    der uns hierher gebracht,
    erneuert unsre Flammen,
    er hat sie angefacht.
  2. So glühet fröhlich heute,
    seid recht von Herzen eins!
    Auf, trinkt erneuter Freude
    dies Glas des echten Weins!
    |: Auf, in der holden Stunde,
    stoßt an und küsset treu
    bei jedem neuen Bunde
    die alten wieder neu. :|
  3. Wer lebt in unserm Kreise,
    und lebt nicht selig drin,
    genießt die freie Weise
    und treuen Brudersinn?
    So bleibet alle Zeiten
    Herz Herzen zugekehrt,
    von keinen Kleinigkeiten
    wird unser Bund gestört.
  4. Uns hat ein Gott gesegnet
    mit freiem Lebensblick,
    und alles, was begegnet,
    erneuert unser Glück.
    Durch Grillen nicht gedränget,
    verknickt sich keine Lust,
    durch Zieren nicht geenget,
    schlägt freier unsre Brust.
  5. Mit jedem Schritt wird weiter
    die rasche Lebensbahn,
    und heiter, immer heiter
    steigt unser Blick hinan.
    uns wird nimmer bange,
    wenn alles steigt und fällt,
    und bleiben lange, lange,
    auf ewig so gesellt.


Melodie: Karl Friedrich Zelter 1799
Text: Johann Wolfgang Goethe 1775

Die Gedanken sind frei

  1. Die Gedanken sind frei,
    Wer kann sie erraten,
    Sie fliehen vorbei,
    Wie nächtliche Schatten.
    Kein Mensch kann sie wissen,
    Kein Jäger erschießen
    Mit Pulver und Blei.
    Die Gedanken sind frei!
  2. Ich denke was ich will
    Und was mich beglücket,
    Doch alles in der Still',
    Und wie es sich schicket.
    Mein Wunsch, mein Begehren
    Kann niemand verwehren,
    Es bleibet dabei:
    Die Gedanken sind frei!
  3. Ich liebe den Wein,
    mein Mädchen vor allen,
    sie tut mir allein
    am besten gefallen,
    ich bin nicht alleine
    bei meinem Glas Weine,
    mein Mädchen dabei:
    die Gedanken sind frei!
  4. Und sperrt man mich ein
    In finsteren Kerker,
    Ich spotte der Pein
    Und menschlicher Werke.
    Denn meine Gedanken
    Zerreißen die Schranken
    Und Mauern entzwei,
    Die Gedanken sind frei!
  5. Drum will ich auf immer
    Den Sorgen entsagen
    und woll mich auch nimmer
    mit Grillen mehr plagen.
    Man kann ja im Herzen
    Stets lachen und scherzen
    Und denken dabei:
    Die Gedanken sind frei!

Im schwarzen Walfisch zu Askalon


  1. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da trank ein Mann drei Tag,
    |: bis daß er steif wie ein Besenstiel
    am Marmortische lag.:|
  2. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da sprach der Wirt: Halt ein!
    |: Der trinkt von meinem Dattelsaft
    mehr, als er zahlen kann. :|
  3. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da bracht der Kellner Schar
    |: in Keilschrift auf sechs Ziegelstein'
    dem Gast die Rechnung dar. :|
  4. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da sprach der Gast: O weh!
    |: Mein bares Geld ging alles drauf
    im Lamm zu Ninive! :|
  5. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da schlug die Uhr halb vier,
    da warf der Hausknecht aus Nubierland
    den Fremden vor die Tür.
  6. Im schwarzen Walfisch zu Askalon
    wird kein Prophet geehrt,
    |: und wer vergnügt dort leben will,
    zahlt bar, was er verzehrt. :|

Melodie: unbekannt
Text: Josef Viktor Scheffel 1854
Berliner und Heidelberger Burschenschaft 1844